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Webdesign-Trends 2015

von
Kai Wermer
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5.1.2015

Das bewegte (Webdesign-)Jahr 2014 liegt hinter uns. Vieles von dem, was sich schon vor einem Jahr abzeichnete, ist eingetreten. Aber was erwartet uns 2015? Ein unaufgeregter Blick auf das was zählen wird:

Responsive Webdesign als Lösung nicht nur für Smartphones

So genanntes “Responsive Design” bei der Entwicklung von Websites hat sich 2014 zum Quasi-Standard bei Website-Relaunches herausgebildet. Auch ist inzwischen bei den Kunden angekommen, wie komplex die Entwicklung eines responsiven Konzeptes werden kann, wenn man die Hausforderung ernst nimmt. Aber die Nutzer verlangen heute die Zugänglichkeit von Internetangeboten über eine Vielzahl von Geräten und Plattformen. Glücklicherweise sind inzwischen so genannte Frameworks verfügbar, welche die Entwicklung verbessern und beschleunigen. Musste der Entwickler anfangs noch fast bei 0 anfangen, kann er sich heute mehr auf Detaillösungen und wirkliche Neuerungen konzentrieren, da das “Grundgerüst“ weniger entwicklungsintensiv geworden ist. 2015 werden wir weitere Professionalisierung in diesem Bereich sehen und wir hoffen auf zunehmend verbesserte WYSIWYG*-Tools. Die Maxime “Mobile First”, welche 2014 noch oft zu hören war, kann heute als überholt angesehen werden. Nicht Mobile First, sondern everything, anytime on all devices! :-)

One-Pager beliebt für Startseiten und Produktpräsentationen

2013 und 2014 haben gezeigt, dass One-Pager, bei denen der Inhalt mehr durch Scrollen als durch Klicken erschlossen wird, zum Standard für einige Seitentypen geworden sind. Heute ist man jedoch dazu übergegangen diese eher dort einzusetzen, wo es sinnvoll ist, z.B. auf Startseiten, um dem Nutzer auf sympathische Weise schnell eine Übersicht von dem zu geben, was ihn erwartet, wenn er tiefer in den Inhalt einsteigt. Auch eignen sich One-Pager besonders zur eindrucksvollen Präsentation von Produkten – insbesondere, wenn Animationen in Abhängigkeit von der Scrollposition gesteuert werden. Parallaktisches und asynchrones Scrollen wird heute so häufig eingesetzt, dass wir hier 2015 vielleicht eine leichte Beruhigung sehen werden, was aber nicht bedeutet, dass Animation als Thema unwichtiger wird. Ganz im Gegenteil!


UI-Animationen machen Interfaces intuitiver

Wurden die großflächigen parallaktischen Scrolling-Effekte im letzten Jahr vorrangig zum Beeindrucken eingesetzt, so entwickelt sich Web-Animation gegenwärtig mehr in Richtung UI-Animation. Das heißt, Animationen werden eingesetzt, um das User Interface intuitiver und die Benutzung leichter und attraktiver zu machen. 2015 wird also auch wieder ein Jahr der Animation, aber “less is more” und wir werden mehr Intelligenz beim Einsatz sehen.

Flat Design wird zu Material Design

2014 hat sich Flat Design als gegensätzliche Strömung zum Skeuomorphismus* (Nachahmung der Realwelt) der letzten Jahre durchgesetzt. Alle aktuellen Computerbetriebssysteme folgen diesem Grundsatz mehr oder weniger und nach einem Relaunch präsentieren sich Websites in neuem Flat-Design-Gewand. Leider kam es auch bei dieser “Bewegung” wieder zu gewisser Übertreibung, so wurde fast dogmatisch auf eigentlich sinnvolle Elemente (z.B. Schatten) verzichtet. Deshalb könnte sich 2015 eine neue, etwas mildere und realistischere Auffassung dieses Designprinzips durchsetzen, das so genannte “Material-Design”. ….


Kacheln (Cards) werden immer beliebter

Die Vermutung von 2014, dass die mit Windows 8 auf breiter Basis eingeführte Kacheloptik sich auch sonst stark bemerkbar machen würde, hat sich zweifelsohne bewahrheitet. “Cards”, wie diese Kacheln auch genannt werden, sieht man überall: bei Google, Facebook, Twitter etc. und auch ganz besonders oft bei mobilen Anwendungen. Da Kacheln auch Rückseiten haben können, sind sie geeignet, viele Informationen auf relativ kleiner Fläche strukturiert unterzubringen. 2015 wird umso mehr ein “Year of Cards”.

One more thing... Was wünsche ich mir?

Der etablierte Workflow (Design -> Entwicklung -> Testen und Debugging -> Launch) könnte auch anders organisiert werden, nämlich weniger seriell, dafür kollaborativer und eher parallel. Design und Entwicklung gehen gleichzeitig vonstatten, ebenso das Testing. Ich wünsche mir bessere Werkzeuge für das schnelle Entwickeln von Prototypen (Rapid Prototyping WYSIWYG), Collaboration (auch zur Zusammenarbeit mit Kunden) sowie zum Testing und zur Versionskontrolle.


*WYSIWYG [ˈwɪziwɪg] ist das Akronym für den Grundgedanken „What You See Is What You Get“ (englisch für „Was du siehst, ist [das,] was du bekommst.“) – auch als Echtbilddarstellung bekannt.[1] Bei echtem WYSIWYG wird ein Dokument während der Bearbeitung am Bildschirm genauso angezeigt, wie es bei der Ausgabe über ein anderes Gerät, z. B. einen Drucker, aussieht. ©Wikipedia

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