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Wie ein UX- und Websiteaudit durchgeführt wird und bei der Optimierung digitaler Anwendungen helfen kann

Kai Wermer
von
Kai Wermer
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23.9.2021

Digitale Produkte wie Websites, Applikationen oder auch einzelne Funktionsfeature unterliegen heute ständigen Veränderungsprozessen, die durch Trends, Technologie-Enwicklungen oder Optimierungserwartungen der NutzerInnen und Stakeholder getrieben sind. Ein konstant positives Erlebnis für NutzerInnen von Website und Applikationen zu schaffen (UX), ist eine permanente Herausforderung.

Durch einen UX-Audit oder auch Website-Audit können sowohl die ProduktmanagerInnen und Owner als auch die Design- und Entwicklerteams ein gemeinsames Verständnis von eventuellen Lücken und Problemen eines Produkts entwickeln und Lösungsansätze identifizieren.


Was ist ein UX- oder Website-Audit?

Ein UX-Audit überprüft digitale Produkte wie Website oder Anwendungen aus der Perspektive der NutzerInnen und bewertet dabei verschiedene Aspekte, wie der/die NutzerIn das Produkt wahrnimmt oder erlebt. Es gilt sicherzustellen, dass die Anforderungen an die Zugänglichkeit an die Designkonsistenz und die Nachvollziehbarkeit (Informationsarchitektur) optimal bedient werden.

Hierbei können Audits verschiedene Schwerpunkte setzen, u. a.:

• Anforderungen an die Barrierefreiheit (z. B. fehlende Alt-Texte für Screenreader oder Lesbarkeiten von Typo und Farben)

• Inkonsistente Verwendung von Design-Guidelines

• Veralteter oder missverständlicher Inhalt der Website

• Falsche Verwendung von Templates und Überladung mit Komponenten

• Überflüssige oder missverständliche Clickthroughs

• Missverständliche Micro-Contents für CTAs oder weiterführende Links

Aber welcher Schwerpunkt auch untersucht werden soll; ein Audit sollte stets als kollaborativer Prozess verstanden werden, bei dem möglichst viele Team-Mitglieder involviert werden, damit auch allen klar ist, was und dann auch wie das Produkt verbessert werden kann. Sinnvoll ist es auch, einen Audit regelmäßig durchzuführen, denn je länger man wartet, desto schwieriger werden Veränderungen.


Vorbereitung eines UX-Audits?

Bevor man mit einem UX- oder Design-Audit startet, sollten einige Vorgaben bereits geklärt sein:

Wer sind überhaupt die User?

Um das Erlebnis mit einer Anwendung zu optimieren, hilft es, ein solides Verständnis von den NutzerInnen zu haben. Essentiell sind z. B. demographische Angaben und Daten über deren Verhalten. Auch woher und wie NutzerInnen auf das digitale Produkt oder die Website kommen, sind wichtige Informationen für eine weitere Bewertung. Aktualisieren Sie also Persona-Modelle, User Journey-Annahmen und Website- oder App-Daten, bevor sie in den Audit einsteigen.

Was sind unsere Unternehmensziele?

Genauso wichtig wie das Wissen über unsere NutzerInnen ist auch eine klare Definition davon, was wir von einem UX-Audit als Outcome erwarten. Was sind die Erfolgsfaktoren des Projekts? Wollen wir unseren Umsatz mit der Anwendung verbessern - also Conversion betrachten - oder Verweildauer und spezifische Content-Angebote rezipierter sehen? Je konkreter die Zieldefinition desto besser und effektiver die UX-Untersuchung.

Welche Stakeholder sollen beim UX-Audit involviert werden, welches Budget steht zur Verfügung und in welchem Zeitraum wollen wir Ergebnisse?

Hieraus ergibt sich in der Regel, wer intern an dem Audit beteiligt werden soll. Sales- und Customer Service Mitarbeiter haben beispielsweise oft einen guten Blick auf die Bedürfnisse potentieller KundInnen. Auch die Fertigungstiefe und der Umfang des Audits können so genauer bestimmt werden und ein Budget und Ressourcen vorgegeben werden.

Aspekte des UX © Uhura Digital


Durchführung eines UX-Audits?

Für Uhura Digital haben sich nachfolgend beschriebene Vorgehen bei einem UX-Audit bewährt:

1) Datenrecherche:

Um möglichst viele valide Daten zu erheben und ein genaueres Verständnis zu entwickeln, ist es sinnvoll:

a) Verhaltensmetriken zu identifizieren

Hierbei werden mittels On-Page-Analytics Nutzerströme und ihr Verhalten, Conversion oder auch Abbrüche erfasst. Interessant ist hierbei insbesondere auch, woher die NutzerInnen vor dem Besuch einer Website oder einer Applikation kamen. Individuellere Daten können auch über Tools wie beispielsweise Hotjar einfach erhoben werden.

b) Einstellungsmetriken identifizieren
Einstellungen echter NutzerInnen und qualitative Informationen können am einfachsten  über direkte Feedbacks erhoben werden. Dies macht man in der Regel über NutzerInnen-Interviews oder auch, etwas aufwendiger,  bei der Diskussion in Fokusgruppen. Oft bieten auch interne Stakeholder interessante Einblicke. Produktverantwortliche, Customer Services oder Sales-Personen geben oft exzellente Hinweise.

c) Wettbewerber betrachten

Bei der direkten und indirekten Wettbewerber-Analyse, bei der neben der Nutzerfreundlichkeit auch deren Traffic und Suchmaschinen-Rankings identifiziert werden, erkennt man schnell Stärken und Schwächen des eigenen Produkts. Auch die durch den Wettbewerb und das Marktumfeld deter-minierte Nutzererwartungen können so schnell eingegrenzt werden und Verbesserungen beschrieben werden

2) Analyse:

Wenn valide Daten erfasst wurden, gilt es, diese zu organisieren und darin Mängel und Frustrationen bei der Nutzung des untersuchten Produkts zu erkennen.

Uhura nutzt für die Datenrecherche und die Analyse verschiedene Datendienste und Tools, um möglichst umfassend und fokussiert in die Analyse zu gehen.

Bei der Analyse jedes einzelnen Screens und Templates ergibt sich schnell das Abbild des Nutzerflusses. Hierbei sollten die verschiedenen Seiten und deren mögliche Interaktionen abgebildet werden und mit den erhobenen Daten korreliert werden. So erkennt man die Probleme und verwirrenden Inhalte, die einem optimalen UX entgegenstehen und die es zu verbessern gilt.

3) Verbesserungsvorschläge

Wenn die Daten und Ergebnisse der Analyse geordnet sind können sie von den Designteams, Strategie-ExpertInnen, Content-Verantwortlichen und EntwicklerInnen weiter bearbeitet werden. In der Regel werden Optimierungspotentiale in folgenden Bereichen geclustert:

Visuell/Brandfit

Ist das zugrundeliegende Designsystem konsistent durchgehalten? Entspricht die visuelle Gesamtgestaltung den Markenguidelines und entwickelt diese weiter? Sind beispielsweise Bildtonalities eingehalten und typografischen Anforderungen umgesetzt? Auch werden hier Herausforderungen diskutiert,die sich im Zusammenspiel aus Design, Inhalt, Struktur und Funktion ergeben.

Botschaften und Inhalte

Hier sollten alle Inhalte überprüft werden, wirklich alle Inhalte von den Copytexten und Überschriften bis hin zu den Serviceinhalten und Micro-Contents. Auch sind sogenannte Explainer-Inhalte, mögliche Hilfetexte oder Hover-Elemente, zu überprüfen. Häufig sind Textabschnitte mehrdeutig, Überschriften und Schaltflächen (Buttons etc.) verwirrend oder fehlen sogar. Der Umfang solcher Optimierungsvorschläge kann umfassend sein da u. U. auch Markenspezifische Anforderung an die Tonality oder SEO-relevante Vorgaben berücksichtig werden müssen.

Zugänglichkeit und Barrierefreiheit

Über 15% der Weltbevölkerung leben mit einer Behinderung. Schon allein deswegen macht es Sinn auch die EU- und Landesvorgaben bezüglich einer Barrierefreiheit einzuhalten. Immer mehr Marken legen auch großen Wert darauf, inklusive Websites und Apps anzubieten. Auch sollten technische Aspekte, wie Pagespeed und SEO etc. berücksichtig werden. Design- und Entwicklerteams können mit verschiedenen Tools Optimierungspotentiale erkennen.

4) Ergebnis-Bericht

Die finale Dokumentation des Audits sollte Chancen kategorisieren und priorisieren, kritische UX-Probleme und Quick-Wins genauso wie A/B-Testvorschläge und weitere Herausforderungen beschreiben.

Ein UX-Audit ist ein aufwendiger Prozess, kann aber auch in unterschiedlicher Fertigungstiefe und Ausrichtung organisiert werden - Eat an Elefant bit by bit. Erfolgreich durchgeführt, bietet er Unternehmen ein klares Bild des aktuellen Status und Leitlinien für eine weiterführende Optimierung sowohl in Design, Usability, Inhalte und Funktion.

Uhura kann Ihnen bei der Planung und Umsetzung eines UX-Audits helfen - rufen Sie an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

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